Das Grundsätzliche am Neukantianismus scheint der
Idealismus zu sein, da mit dem
"Ding an sich" auch das letzte vom erkennenden Menschen unabhängig existierende verschwunden war. (Das wird von idealistisch orientierten Philosophen allerdings ganz anders gesehen. Sie sehen im Neukantianismus Einengung auf Erkenntnis- und Wissen-schaftstheorie und damit
Agnostizismus und Positivismus.) Deshalb erinnert vieles an Platon. Bei den Neukantianer der Marburger Schule und bei Vaihinger scheint mehr der
subjektive Idealismus, bei der Südwestdeutschen Schule scheint dagegen mehr der
objektive Idealismus zu dominieren. Es gibt Platoniker, die behaupten, alle Philosophie nach Platon bestehe eigentlich nur noch aus Fußnoten zu diesem. Das ist wohl etwas übertrieben, wenn man es auf die gesamte Philosophie bezieht. In Bezug auf die immer neuen Varianten des Idealismus mag das aber durchaus zutreffen. (Soweit man die Gesellschafts- und Staatstheorie ausklammert!) Und das soll nicht bedeuten, daß späte-re idealistische Philosophen nicht im Detail auch Neues zur Philosophie beigetragen haben.