Francis Fukuyama


Fukuyama kurz und knapp

Francis Fukuyama (geb. 1952) machte in den 90er Jahren kurzzeitig von sich reden, mit seiner These, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der von ihr abhängigen sozialistischen Systeme in Osteuropa sei das »Ende der Geschichte« erreicht. Von nun an werde liberale Demokratie und Markwirtschaft sich auf dem gesamten Planeten durchsetzen. Später hat er diese These weitgehend zurückgenommen

Fukuyama war Berater des US-Präsidenten Reagen, der eine stark antisowjetische Politik betrieb. Er und viele andere waren der Ansicht, die Sowjetunion sei durch dieser Politik zu Fall gebracht worden.

Fukuyama ist ein scharfer Kritiker des Transhumanismus.


Kritik an Fukuyama

Die Sowjetunion ist an ihren inneren, besonders ökonomischen Problemen zu grunde gegangen und das sie untergehen konnte, und auch noch weitgehend friedlich, war das Ergebnis der Entspannungspolitik, die seit den 60er Jahren in Europa betrieben wurde. Die harte unnachgiebige Haltung der USA Kuba und Nord-Korea gegenüber hat nicht zum Zusammenbruch der dortigen Regime geführt, sondern im Gegenteil, der Druck von außen stützt sie.

Die These, dass die Geschichte ein Ende haben wird, war ein wichtiger, zentraler Bestandteile der hegelschen Geschichtsphilosophie. Marx sah das Ende der Geschichte im Kommunismus. Später sah Kojeve dieses Ende im liberalen Kapitalismus. Fukuyama war also nicht der erste. Der sich damit getäuscht hat!

Liberal-kapitalistisch ist Europa und Nordamerika und einige wenige weitere Länder. In der Mehrheit der Länder der Welt, für die Mehrheit der Menschen auf der Welt ist Despotie in verschiedener konkreter Form. Ein Ende davon ist überhaupt nicht absehbar.

Die Geschichte wird nie zu Ende sein! Nur das Ende des Universums, letztlich das Ende jeglichen Seins würde das Ende der Geschichte bedeuten. Wenn Menschen vom Ende der Geschichte sprachen, dann meinten sie damit eigentlich nur, dass Entwicklungen, die sie kannten, zum Abschluss gekommen seien. Selbst damit haben sie sich getäuscht. Aber was noch viel wichtiger ist: Es entstehen immer wieder neue Entwicklungen, von denen viele überhaupt nicht vorausgesehen werden. Die Menschen verschaffen sich z. Z. die Fähigkeit, den genetischen Bauplan der nachwachsenden Generationen zu verändern. Es werden – wenn sich die Menschheit nicht in den nächsten Jahrhunderten ausrottet – wahrscheinlich in Zukunft mehr und mehr genetisch optimierte Menschen entstehen, langfristig wird dies zur Evolution neuer Arten führen. Das ist nicht unbedingt die Geschichte der Zukunft, aber eine der »Geschichten« der Zukunft. Sehen Sie hierzu näheres in meinem Aufsatz Über die Notwendigkeit der Entstehung höherer Arten.


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